Endoskopische Operative Therapie des Leistenbruchs mittels modifiziertem TAPP-Verfahren
Grundsätzlich kann ein Leistenbruch mit Schnitt (herkömmlich, konventionell) in der Leiste oder aber mittels Bauchspiegelung (Laparoskopie) operiert werden. Wir bevorzugen die „Operation ohne Schnitt“ mit Bauchspiegelung, da hier neben hohem Patientenkomfort eine frühzeitiger Genesung und Wiedereingliederung in das gesellschaftliche und Arbeitsleben möglich ist. Darüber hinaus sind die Ergebnisse mit sehr niedriger Wiederauftretenswahrscheinlichkeit eines erneuten Bruchs (etwa 1%) außerordentlich gut. Bei herkömmlicher Operationsmethodik liegt die Wiederauftretenswahrscheinlichkeit bei bis zu 8%, wie die Statistik der Ärztekammer Westfalen-Lippe ergeben hat! Insbesondere beim erneuten Bruch, dem sogenannten Rezidiv, hat sich die laparoskopische Operationsmethode besonders bewährt, denn das Auftreten eines nochmaligen Bruches nach Zweit-Operation mit Schnitt ist dann mit 12% und mehr Wahrscheinlichkeit besonders ungünstig! Wie funktioniert eine Leistenbruch-Operation mit Bauchspiegelung?Es gibt unterschiedliche Methoden des laparoskopischen operativen Vorgehens. Allen gemeinsam aber ist das Einsetzen eines mehr oder weniger großen Kunststoffnetzes, welches den Bruch verschließt und durch innigstes Einheilen in die Bauchdecke zu einem sicheren und dauerhaften Verschluß führt. Alle auch in der öffentlichen Diskussion geäußerten Befürchtungen, diese Netze könnten selbst Krankheiten, insbesondere auch bösartige hervorrufen, sind unbegründet und bisher ohne Beleg: Das für die Netze benutzte Material (Polypropylen) findet seit über 40 Jahren Anwendung in der Chirurgie und noch kein einziger Fall einer Krebserkrankung durch das Material ist bisher bekannt geworden. Wir favorisieren die sogenannte Laparoskopisch Kontrollierte Herniorrhaphie nach MEYER: Die Operation wird in Narkose durchgeführt, der Patient liegt auf dem Rücken. Im Bauchnabel wird über einen winzigen Stich eine Digitalkamera eingeführt. Damit können neben allen Bauchorganen auch die Leisten von innen angesehen werden. Es gelingt hier immer der sichere Nachweis (oder auch Ausschluß) eines Leisten-(oder Schenkel-) Bruches – dieses ist bei der Untersuchung vor der Operation nicht immer eindeutig möglich. Links und rechts vom Nabel kommen zwei weitere winzige (maximal 10mm große) Stiche hinzu, um Operationsinstrumente in den Bauchraum zu bringen. Das Bauchfell um den Bruch wird nun von innen sehr sparsam (etwa 6-7cm) eröffnet, der Bruch selbst von Binde- und Fettgewebe befreit und sodann mit der sogenannten OLPER AHLE vernäht: dabei werden über stecknadelkopfgroße Stiche der Haut über dem Leistenbruch Nähte mit der Ahle in die Bauchdecke eingebracht und der Bruch so vernäht. Um diese Naht zu sichern und zu verhindern, dass der Bruch wiederauftritt, wird nun ein 10x15qcm kleines Netz in den Bauchraum gebracht und an der Bauchdecke auf Höhe der Bruchnaht befestigt. Die Operation endet mit einer örtlichen Betäubung des Operationsfeldes und Verschluß des Bauchfells. Am Schluß sieht man von außen lediglich die kleinen Stiche, durch welche Kamera, Instrumente und Nähte in den Bauch eingebracht worden sind. Ist die Operation ambulant durchführbar?Wenn es keine wesentlichen Allgemeinerkrankungen insbesondere des Herzens und der Lunge gibt, ist nahezu jede Leistenbruchoperation, vor allem auch die oben beschriebene laparoskopische Methode ambulant durchführbar! Selbst ältere Menschen (der älteste war bisher 87 Jahre mit beidseitigem Leistenbruch!) profitieren vom ambulanten Vorgehen und genießen die Vorzüge der vertrauten häuslichen Atmosphäre im Anschluß an die Operation. Eine Gefährdung geht von der Zu-Hause-Behandlung nicht aus, da jeder Patient erst nach Hause entlassen wird, wenn er wohlauf ist und außerdem ggf. am OP-Abend von mir zu Hause besucht wird. Wie sieht die Nachbehandlung aus?Am OP-Tag darf der Patient sofort wieder aufstehen, essen und trinken. Die kleinen Wunden sind nach einer Woche verheilt, Arbeitsfähigkeit ist in der Regel nach zwei bis drei Wochen wieder erreicht. Eine Einschränkung der Belastbarkeit gibt es allenfalls durch Restbeschwerden in der Leiste, ansonsten kann praktisch sofort mit alltäglichen Belastungen begonnen werden. von Dr. Uwe Trauzettel * Praxisgemeinschaft am Grafweg * 58840 Plettenberg |







