Funktion der Niere

Die Funktion der Nieren im menschlichen Körper

Die Nieren sind Hochleistungsorgane. Sie sind paarweise angelegt und befinden sich dicht unter dem Zwerchfell, das heißt in etwa auf Höhe des unteren Brustkorbrands links und rechts neben der Wirbelsäule.
Obwohl die Nieren paarweise angelegt sind, kann auch ein einziges Organ die notwendigen Funktionen bewältigen - man kann also komplikationsfrei mit nur einer Niere leben!

Die Hauptaufgabe der Niere ist die Entgiftung.
In den winzigen Blutgefäßen der Nierenkörperchen (=Glomeruli) wird das Blut gefiltert. Sie sind wasserdurchlässig und im Blut enthaltene Schadstoffe werden zusammen mit Wassermolekülen herausgefiltert. Anschließend wird dieser so genannte Primärharn konzentriert - schließlich handelt es sich um fast 150 Liter täglich! Etwa 99% des ursprünglich filtrierten Wassers werden dem Körper zurückgeführt - die restlichen etwa 1,5 Liter Harn pro Tag sammelt die Harnblase und scheidet sie über die Harnröhre aus. Dieser Entgiftungsprozess ist lebensnotwendig. Wenn die Nieren nicht mehr funktionieren, setzen innerhalb kurzer Zeit die ersten Vergiftungserscheinungen ein.

Eine weitere Funktion der Nieren ist die Regulation des Blutdrucks. Wichtige Hormone, die das Volumen und die Konzentration des Blutes konstant halten und so an der Einstellung des Blutdrucks beteiligt sind, werden in der Niere gebildet, wie beispielsweise das Renin. An Bluthochdruck ist die Niere also häufig beteiligt.

Darüber hinaus reguliert die Niere den Wasser- und Salzgehalt des Körpers. Gesteuert über Hormone sorgen die Nieren dafür, dass der Wasserpegel immer auf ungefähr gleichem Niveau bleibt, ganz unabhängig, ob man viel oder wenig trinkt. Gleiches leistet die Niere für den Salz- bzw. den Elektrolythaushalt. Auch hier sorgt sie für ein stabiles Niveau und gleicht Schwankungen aus.

Die Niere ist wichtig für die Produktion verschiedenster Hormone. Das Renin, das den Blutdruck mit reguliert, wird beispielsweise dort gebildet. Auch das Erythropoetin, ein Hormon, das die Bildung der roten Blutkörperchen anregt, stellt die Niere her. Ein weiterer wichtiger Stoff, den die Niere bildet, ist das Kalzitriol. Dieses aktive Vitamin D3 spielt für den Knochenstoffwechsel eine große Rolle.

Außerdem korrigiert die Niere u. a. auch unseren Säure- Basen- Haushalt. Die Niere reagiert auf eine Übersäuerung des Blutes ( z. B. metabolische Azidose ) mit einem Anstieg der Bicarbonatrückresorption und einer gesteigerten Ausscheidung von Wasserstoffionen und trägt so zu einem physiologischen Blut pH bei.

Wie man die Nierenfunktion feststellt

Teststreifen ( Urin- Stix ) geben einen Hinweis auf einen vermehrten Eiweißgehalt im Urin. Damit liefert der Test einen ersten Hinweis auf Nierenerkrankungen. Bei einer gesunden Niere ist das Filtergewebe so dicht, dass höchstens 150- 200 mg Eiweiß pro Tag im Urin ausgeschieden werden, wird mehr Eiweiß ausgeschieden spricht man von einer Makroproteinurie, was mit einer 24h Sammelurin Untersuchung weiter diagnostiziert wird. Mit dem üblichen Urin Stix wird die diagnostisch wichtige Albuminurie ( z. B. Frühzeichen der diabetischen Nephropathie ) nicht erfasst, diesbezüglich muss ein Micraltest ( Spez. Harnteststreifen ) durchgeführt werden.

Die Entgiftungsfunktion der Nieren wird sehr einfach durch Blutuntersuchungen (Kreatinin- und Harnstoffbestimmung; Abschätzung der glomerulären Filtration durch die MDRD- Formel) und Urinuntersuchungen (Bestimmung der glomerulären Filtration durch die Kreatinin- Clearance) bestimmt.

Lesen Sie mehr über die Nephrologie und über Symptome und Früherkennung.

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