Psychosomatische Medizin

Psychosomatische Medizin – das Prinzip der „Einheit von Leib und Seele“

Die psychosomatische Medizin basiert auf den Erfahrungen, dass Seele (Psyche) und Körper (Soma), aber auch das soziale Umfeld sich gegenseitig beeinflussen. Schon Platon schrieb 400 v. Chr.

„denn das ist der größte Fehler bei der Behandlung der Krankheit, das Leib und Seele allzu sehr voneinander getrennt werden, wobei sie noch nicht getrennt werden können – aber das gerade übersehen die griechischen Ärzte und darum entgehen ihnen so viele Krankheiten; sie sehen nämlich niemals das Ganze. Dem Ganzen sollten sie ihre Sorge zuwenden, denn dort, wo das Ganze befindet sich übel, kann unmöglich ein Teil gesund werden!"

Körper und Seele beeinflussen sich also gegenseitig (die Seele den Körper und der Körper die Seele). Diese Wechselwirkung tritt immer auf, nicht nur bei Krankheit. Unsere Sprache drückt viele Ansichten über seelisch-körperliche Zusammenhänge treffend aus:

Manche zerbrechen sich den Kopf, anderen ist etwas auf den Magen geschlagen, das hat ihm schier das Kreuz gebrochen oder schnürt mir den Hals zu. Ich nehme mir etwas zu Herzen. Diese Formulierungen zeigen bildhaft, dass wir mit unseren Organen auf Belastungen reagieren.

Gefühle wie beispielsweise Freude, Angst oder Ärger führen zu Veränderungen in unseren Organen (Herzklopfen, Magenbewegungen, Erweiterung der Blutgefäße), die dazu dienen, den Körper auf die jeweilige Situation einzustellen. Umgekehrt beeinflusst auch unser körperliches Befinden unser Gefühlsleben. So können anhaltende körperliche Beschwerden wie z.B. chronische Schmerzen oder Ohrgeräusche unser Gefühlsleben negativ beeinflussen.

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